Jahreskreisfest Beltane

Ein Gastbeitrag von Daniela Rotter

Eckdaten zum Jahreskreisfest
Themen: Lebendigkeit und Lebensfreude
Symbol: Feuer
Element: Feuer
Tageszeit: Vormittag
Farbe: rot, weiß und grün
Kristalle: Malachit
Baum: Birke
Tier: Vogel
Düfte: fruchtig, blumig, anregend

Hintergründe zum Jahreskreisfest
Beltane ist das einzige Fest im Jahreskreis ohne direkten christlichen Verwandten. Erst im Juni zur Johannisnacht (einige Tage nach der Sommersonnenwende) gibt es eine Art Verbindung zu Beltane.

Der Name Beltane bedeutet wohl so viel wie „das gute Feuer“, denn Bel war der Gott des Lichtes, die antiken Autoren setzten Bel mit Apollo gleich.

Die Tage werden nun länger und deutlich wärmer. Die Knospen der Bäume brechen auf, die Wiesen stehen in voller Blüte, die Bienen summen und das Leben ist nun vollkommen aus dem Winterschlaf erwacht.

Allen Orts kamen die Menschen zusammen und feierten gemeinsam bis zum
Sonnenaufgang, das Licht und das Leben. Alle Feuer wurden gelöscht, sodass nur noch das Belfeuer / Maifeuer brannte. Das Feuer symbolisierte die Sonne und das Tor zum Sommer. Besonders Mutige sprangen über das Feuer, um für Fruchtbarkeit oder eine gesegnete Reise zu bitten.

Man kann sich vorstellen, dass in einer solchen Nacht auch das eine oder andere Paar zusammenfand. Es heißt bis heute, dass Kinder, die in der Beltanenacht gezeugt werden, unter einem ganz besonders guten Stern stehen.

Nachdem das Feuer erloschen ist nahm man die Asche mit und verstreute sie auf den Feldern als Bitte für eine segensreiche Ernte.

Ebenso stark mit diesem Jahreskreisfest verbunden wie das Maifeuer sind die Maibäume, welche die Kraft des Lebens symbolisieren. In vielen Ländern Europas werden sie bis heute von der Jugend des Dorfes in dessen Mitte aufgestellt. Die jungen Männer und Frauen ziehen ihre schönsten Kleider an und tanzen um den Maibaum. Beim sogenannten Bandtanz verbändeln sich Männer und Frauen und tanzen durch diese Fügung des Schicksals womöglich in eine sonnige Zukunft zu zweit.

Natürlich darf hier eine ganz besondere Person nicht unerwähnt bleiben. Hierzulande wird die Nacht auf den 1. Mai auch oft Walpurigsnacht genannt, wobei Walpurga aber keineswegs eine Hexe war, zumindest nicht im christlichen Sinn. Walpurga ist der Name der Maikönigin oder Maigöttin. Sie wandelt mit ihren feurigen Schuhen und mit einer Sonnenkrone am Kopf über die Erde. Walpurga vertreibt die letzten Schatten des Winters und weckt all jenes Leben, das bis jetzt noch tief geschlafen hat.

Mit sich bringt sie auch den Mairegen, der als besonders heilend und förderlich gilt. Die Menschen sammelten und sammeln bis heute das Wasser, das in der Mainacht fällt und benetzen damit ihre Körper.

Noch heute flechten Mädchen und junge Frauen einen Blumenkranz, den sie später zur Feier auf dem Kopf tragen, als Symbol für die Sonnenkrone der Walpurga.

Ritual zum Jahreskreisfest

Anbandeln

Nimm dir drei Fäden Wolle, einen roten Faden, einen weißen und einen grünen und flechte sie zusammen.

Dann such dir einen Ort in der Natur, an dem vollkommen ungestört sein kannst. Wenn du das Ritual in der Wohnung abhälst, öffne das Fenster (sofern du nicht an einer lauten Straße wohnst) und suche dir im Internet ein Musikstück aus, welches das Thema Wald hat.

Ziehe gern die Schuhe aus, damit du den Boden unter deinen Füßen auch richtig gut spüren kannst. Stell dich gerade hin und atme 4x tief ein und aus.

Stell die vor, wie deine Füße Wurzeln schlagen, mächtige Wurzeln, die immer weiter ins Erdreich hineinwachsen und vielleicht auf andere Wurzeln treffen. In diesen Wurzeln steckt unendlich viel Weisheit. Während du dich mit dem Boden und den anderen Wurzeln verbandelst, lausche den Geräuschen der Natur, dem Summen der Bienen, dem Rascheln der Blätter, dem Flüstern des Windes. Öffne dein Herz und deine Seele für die Wunder der Natur, für ihre Weisheit und Unendlichkeit.

Wenn du dich bereit fühlst zurückzukommen, atme 4x tief ein und aus und dann reck und strecke dich in alle Richtungen. Danach binde das zuvor geflochtene Band um dein Handgelenk und belasse es dort so lange du magst. Es ist ein Symbol für deine Verbundenheit zur Natur.