Herbst-Tagundnachgleiche – Jahreskreisfest Mabon

Ein Gastbeitrag von Daniela Rotter

Eckdaten zum Jahreskreisfest


Themen: Dankbarkeit / Bilanz ziehen

Symbol: Korb

Element: Wasser und Luft

Tageszeit: Sonnenuntergang / Dämmerung

Farbe: Orange, Rot, Geld, Ocker

Edelstein: Opal

Pflanze: Ringelblume

Baum: Walnuss

Tier: Eichhörnchen

Düfte: Erdig / Frisch

Das Element Wasser
Das Element Wasser ist fester Bestandteil der Natur und jedes Lebewesens auf der Erde.
Es zeigt sich uns in Bächen und Flüssen, Seen und Meeren und zu dieser Jahreszeit
besonders oft in niederprasselnden Herbstregen.

Wasser schwemmt alles Negative davon und trägt das Positive mit sich. Wenn wir uns mit
dem Element verbinden, können wir spüren, wie wir auf einmal ganz ruhig werden und
sich unser Geist für neue Ideen öffnet.


Das Element Luft

In der Schule haben wir folgende Faustregel von unseren Lehrern mit auf den Weg
bekommen: Der Mensch überlebt drei Wochen ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser
und drei Minuten ohne Luft.

Viele Kulturen haben eine besonders enge Verbindung zu diesem Element, da sie ihr
ganzes Leben danach ausrichten. Für Menschen wie mich, die in einer Region leben, in
der es nur selten windstill ist, ist das Element ein ständiger und treuer Begleiter.

Das Element Luft steht für Neubeginn und für Veränderung, für Ideen und Fantasie.
Gerade jetzt, wo wir uns wieder in unsere warmen Häuser zurückziehen, bleibt uns viel
Zeit neue Ideen auszuarbeiten oder uns in Tagträumen zu verlieren.

Der Opal
Opale waren bereits in der Antike besonders wertvolle Edel-/ und Heilsteine, da sie der
Legende nach, ein Geschenk der Götter an die Menschen waren. Der Opal bringt uns mit
uns selbst in Einklang, weshalb er besonders gerne bei Meditationen verwendet wird. Er
bringt alles in Balance und spendet Ruhe und Frieden.

Die Ringelblume

In vielen Kulturen ist die Ringelblume ein Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie
besonders langlebig ist und immer wieder neue Blüten bildet. Dieser Gedanke ist im
Herbst besonders schön, da wir in zu dieser Jahreszeit beinahe an jeder Ecke von der
Natur an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert werden.

Darüber hinaus kann die Ringelblume als Wetter-Orakel verwendet werden. Eine
Bauernregel besagt: Sind die Blüten zwischen 6:00 und 7:00 bereits geöffnet, gibt es einen
schönen sonnigen Tag, sind sie jedoch nach 7:00 noch geschlossen, so muss mit Regen
gerechnet werden.


Der Walnussbaum

Walnussbäume sind in Zentraleuropa sozusagen die Haus- und Hofbäume. Das liegt nicht
nur daran, dass sie uns im Sommer besonders viel Schatten spenden. Unsere Vorfahren
verehrten den Baum als Kult- und Schutzbäume. Seine Nüsse galten bei den antiken
Griechen und Römern als Götterspeise und Fruchtbarkeitssymbole.

Der Walnussbaum kann uns als Kraftbaum dabei helfen, Entscheidungen zu treffen. Die
Energie des Baumes vermittelt Klarheit und Zuversicht. Laut keltischem Baumkreis sind
Menschen, die im Zeichen dieses Baumes geboren wurde, besonders flexibel,
aufgeschlossen, neugierig und abenteuerlustig.


Das Eichhörnchen

Das Eichhörnchen symbolisiert Lebensfreude und Leichtigkeit. Sobald die Tage wieder
kürzer werden fällt es uns an manchen Tagen besonders schwer, das Leben nicht ganz so
ernst zu nehmen. Das Eichhörnchen zeigt uns, wie schön das Leben auch m Herbst sein
kann und erinnert uns daran darauf zu achten, dass wir gut für uns selbst sorgen. Es lehrt
uns Balance und schenkt uns die nötige Energie und Ausdauer.

Hintergründe zum Jahreskreisfest


Die Herbst-Tagundnachtgleiche, auch Mabon genannt, ist eines der ältesten Erntefeste der
Menschheit. Überall kamen die Menschen zusammen, um ihren Göttern Opfer
darzubieten, als Dank für die (mal mehr, mal weniger) erfolgreiche Ernte. Entgegen der
heute verbreiteten Ansicht wurden aber selten Menschen geopfert. Meist waren es
Feldfrüchte und Tiere.


Nun beginnt die dunkle Hälfte des Jahres. Die Tage werden deutlich kühler und die
Nächte länger. Nebelschwaden ziehen über das Land. Felder, Wiesen und Wälder
erstrahlen in herbstlichen Farben. Ringelblumen und Blätter in satten brauen, orange und
rot Tönen zieren die Natur. Auf den Tellern finden sich Äpfel, Birnen, Mandarinen und
Nüsse.


Menschen und Tiere zieht es zurück in ihre Häuser und Ställe. Vielerorts wird auch heute
noch der Almabtrieb ganz besonders gefeiert. Auch wenn es im Christentum kein
Gegenstück zu Mabon gibt, haben viele Bräuche und Rituale die Zeiten überdauert und
werden auch heute noch gefeiert. So wird beispielsweise in katholischen Kirchen ein
Erntealtar errichtet, die Erntegeräte werden gesegnet und besonders schön geschmückte
Wägen ziehen mit der Ernte durch das Dorf.


Die Zeit der Herbst-Tagundnachtgleiche ist eine Zeit des Nachdenkens, des Innehaltens
und der Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Wunder der Natur, aber auch Dankbarkeit für die
Fülle und den Reichtum in unserem Leben. Für die Gaben, die Menschen und die
magischen Momente im Alltag. Bewusst oder unbewusst bereiten wir uns bereits jetzt
physisch, geistig und seelisch auf den Winter vor.


Zu dieser Zeit hört man auch immer wieder das Wort „Altweibersommer“, auch wenn
immer wieder Menschen versuchen, dieses Wort aus unserem Wortschatz zu tilgen. Doch
was hat es mit dem Wort auf sich? Anders als viele heute behaupten, hat diese
Bezeichnung nicht im Geringsten etwas damit zu tun, alte Frauen zu beleidigen. Ganz im
Gegenteil.


Das Wort „weiben“ bedeutet knüpfen oder weben. Sind dir schon einmal die Spinnweben
aufgefallen, die jetzt die Wiesen und Hecken bedecken? Daher stammt diese
Bezeichnung. Auch erinnern die Spinnweben an die weißen Haare der alten und weisen
Frauen. Über Jahrhundert versammelten sich die Frauen eines Dorfes im Kreis und die
Älteren erzählten den Jüngeren Geschichten, teilten mit ihnen ihr Wissen und ihre
Weisheit.

Ritual zum Jahreskreisfest

Dankbarkeitsritual
Du brauchst:

¤ Teller oder Korb

¤ Blätter, Früchte, Obst, Nüsse, Eichel, Samen u. dgl.


Nimm dir etwas Zeit für dieses Ritual und setze dich an einen Tisch oder an deinen Altar.
Entzünde eine (Duft-)Kerze und spiele etwas beruhigende Musik. Atme ruhig und
gleichmäßig, streichle über deine Stirn, deinen Kopf und den Rest deines Körpers, bis du
ganz entspannt bist.

Wenn du bei dir angekommen bist, richte deinen Blick nach Innen und überlege in aller
Ruhe, wofür du dankbar bist. Was hast du in den letzten Monaten geschafft, welche
Wünsche und Träume haben sich in diesem Jahr bereits erfüllt? Richte deine
Aufmerksamkeit, hin zur Fülle in deinem Leben. Denke an Momente, Begegnungen,
Menschen und Situationen, für die du dankbar bist.


Siehst du, mit welcher Fülle dein Leben gesegnet ist? Es sind oft die kleinen Geschenke,
kleinen Gesten, die unser Herz wärmen und uns strahlen lassen.

Sprich laut aus „Ich bin dankbar für …“ und lege eine Nuss, einen Apfel oder was auch
immer du dir ausgesucht hast, auf deinen Teller oder in deinen Korb.

Lass dir ruhig Zeit dabei, oft dauert es eine Weile, bis wir das Gute, das Wunderbare sehen
können. Vielen von uns wurde von klein auf beigebracht, eher den Mangel zu sehen,
anstatt die Fülle.

Wenn dir dann nichts mehr einfällt, betrachte mal dein Teller oder deinen Korb und sieh,
wie reich dein Leben ist.

Wenn du magst, verzier jetzt noch deinen Dankbarkeitsteller oder Dankbarkeitskorb mit
allem, was dir zum Thema Herbst einfällt und stelle ihn gut sichtbar in deiner Wohnung
auf.


Kleiner Tipp: Wenn du keine Lebensmittel oder Blätter verwenden möchtest, nimm
stattdessen kleine bunte Zettel und schreib auf, wofür du dankbar bist. Der Rest des
Rituals bleibt gleich. Am Ende kannst du die Zettel auf eine Schnur auffädeln, oder du
lässt sie an Ort und Stelle.

Mandala legen
Ich habe vorhin von Opfern gesprochen. Unsere Vorfahren boten aus Dankbarkeit den
Göttern und Naturgeistern zum Erntefest Obst, Gemüse, Körner, Samen udgl. dar. Für
mich persönlich hat dieses Opfer noch einen ganz anderen Hintergrund als Dankbarkeit.
Es bedeutet auch, dass wir teilen können und möchten, dass wir nicht gierig sind und alles
für uns behalten.

Vielleicht möchtest auch du in diesem Jahr den Göttern und/oder Naturgeistern ein Opfer
bringen. Falls du nicht an ihre Existenz glaubst, möchtest du stattdessen vielleicht den
Tieren eine Gabe bringen. Etwas von deiner Fülle mit ihnen teilen.

Nimm einen Korb, ein Sackerl odgl. gefüllt mit Kräutern, Samen, Früchten, Nüssen,
Blätter, usw. mit in die Natur. Such dir einen ruhigen Platz und denke darüber nach, was
dein Leben bereichert. Denke an all die Momente, Begegnungen, Menschen und
Situationen, für die du dankbar bist. Dann lege aus dem Mitgebrachten ein Mandala auf
den Boden