Richtig räuchern – 4 Möglichkeiten leicht erklärt

Richtig räuchern – wie geht man vor und was gibt es zu beachten? Wenn du mit dem Räuchern noch nicht vertraut bist, hast du dir diese Frage vielleicht schon öfter gestellt. Vorab, im Prinzip ist räuchern sehr einfach und unkompliziert, und ein Falsch gibt es eigentlich so gut wie gar nicht. Einige wenige Grundlagen und Sicherheitshinweise gilt es zu beachten, und dann kann es auch schon losgehen.

Richtig räuchern – diese Arten zu räuchern gibt es

Zunächst hast du beim Räuchern die Wahl, ob du loses oder verarbeitetes Räucherwerk nehmen willst. Loses Räucherwerk bietet dir sehr viel kreativen Freiraum, während verarbeitetes Räucherwerk, wie Kegel oder Stäbchen sehr einfach im Umgang ist.

Räuchern mit losem Räucherwerk

Loses Räucherwerk bezeichnet Räuchermischungen oder einzelne Kräutern, Wurzeln, Harze etc. Die Mischungen kannst du dir selber zusammenstellen oder fertig kaufen. Gerade für den Einstieg oder wenn du nur selten loses Räucherwerk benutzt sind fertige Mischungen zu empfehlen. Um loses Räucherwerk richtig zu räuchern, hast du zwei Möglichkeiten:

Räuchern auf Kohle

Ganz klassisch ist das Räuchern auf Kohle. Dabei wird ein Stückchen Räucherkohle erhitzt und das Räucherwerk aufgelegt. Die im Handel erhältliche Räucherkohle ist in der Regel mit speziellen Stoffen versehen, die das Anzünden erleichtern. Zünde sie am besten draußen oder bei geöffnetem Fenster an, bis der Geruch verflogen ist. Alternativ kannst du auch rein natürliche Räucherkohle verwenden, die zwar etwas länger braucht, bis sie heiß genug ist, aber dafür ohne Chemikalien oder andere Zusätze auskommt.

Verwende unbedingt ein für diesen Zweck geeignetes Gefäß, da die Kohle sehr heiß wird. Einige spezielle Gefäße können ohne Isolation verwendet werden (dies ist bei der Produktbeschreibung angegeben). Nutzt du ein Schälchen, beispielsweise aus Ton, Speckstein oder Metall, ist es ratsam, eine isolierende Schicht aus Räuchersand zu verwenden. Diesen gibst du einfach in das Gefäß und legst die Kohle obenauf. Sicherheitshalber sollte das Gefäß immer auf einer feuerfesten Unterlage stehen.

Beim Anzünden der Kohle ist es empfehlenswert sie zunächst auf die schmale Seite zu legen, damit soviel Luft wie möglich ran kommt. Achte insbesondere bei präparierter Räucherkohle auf Funkenflug. Entferne am besten alle leicht brennbaren Gegenstände aus der Nähe deiner Räucherschale. Wenn die Kohle gut durchgeglimmt und von einer weißen Schicht überzogen ist, kann es losgehen.

Richtig räuchern - ein Stück gerade angezündete schwarze Räucherkohle liegt auf der flachen Seite in einem Tonschälchen.

Die Räucherkohle ist gerade angezündet worden, und beginnt nun von alleine durchzuglühen. Dazu ist es von Vorteil, wenn soviel Luft wie möglich an die Kohle kommt.

Richtig räuchern - die durchgeglühte Kohle wird mit der Räucherzange gewendet, sodass sie mit der flachen Seite nach unten liegt.

Sobald die Räucherkohle vollständig durch gezündet ist, kann sie mithilfe einer Zange gewendet werden.

Richtig räuchern - nach kurzer Zeit ist die Kohle von einer grau-weißen Schicht überzogen.

Nach kurzer Zeit ist die Kohletablette von einer grauweißen Schicht überzogen. Jetzt kann es allmählich losgehen.

Lege dein Räucherwerk nun auf die Kohle und genieße den Duft. Wie lange dein Räucherwerk auf der Kohle bleiben kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Harze, Hölzer und Wurzeln können meistens etwas stärkere und längere Hitzeeinwirkung ab, als Blätter und Blüten. Auch die Temperatur der Kohle spielt eine Rolle.

Irgendwann wird sich ein leicht verkokelter Geruch bemerkbar machen.  Spätestens dann ist es an der Zeit, das Räucherwerk von der Kohle zu schieben und neues aufzulegen. Zum Hinunterschieben eignet sich Löffel oder Zange aus deinem Räucherzubehör oder Besteck aus der Küche. Wenn du den Eindruck hast, dass dein Räucherwerk zu schnell verkokelt, warte noch etwas ab, bis die Kohle kühler geworden ist oder streue etwas Sand über sie.

Beim Räuchern auf Kohle kann es zu sehr starker Rauchentwicklung kommen. Das ist besonders dann wünschenswert, wenn du dein Zimmer oder das Haus ausräuchern möchtest. Gerade am Anfang kann es jedoch etwas erschreckend sein, wenn man plötzlich riesige Indoor-Nebelschwaden geschaffen hat. Wenn du das erste Mal mit Kohle räucherst, lege anfangs nur wenig Räucherwerk auf, und stelle deine Räucherschale möglichst weit vom Rauchmelder entfernt auf. Mit der Menge des aufgelegten Räucherwerks kannst du übrigens auch die Intensität des Duftes steuern.

Eine weitere Möglichkeit, loses Räucherwerk zu nutzen ist das Räuchern auf dem Sieb.

Räuchern auf dem Sieb

Richtig räuchern ist gar nicht schwierig, und auf dem Sieb sogar noch etwas einfacher als auf Kohle. Hierfür benötigst du zunächst vor allem ein Siebgefäß. Dieses besteht aus einer Halterung oder einem “Körper”, einem Teelicht und natürlich einem Sieb, welches speziell für diesen Zweck gedacht ist.

Der Vorgang ist denkbar simpel. Du zündest das Teelicht an, legst das Räucherwerk auf und genießt. Beim Räuchern mit dem Sieb musst du weniger präsent sein als beim Räuchern mit Kohle. Je nach Abstand des Siebs von der Flamme dauert es mehr oder weniger lange, bis dein Räucherwerk “verbraucht” ist.  Entweder entsteht nun kein Rauch mehr oder es riecht leicht verkokelt. Auch hier kannst du es einfach beiseiteschieben und neues auflegen, oder deine Räucherzeremonie beenden.

Achte in jedem Fall darauf, dass dein Siebgefäß nicht auf hitzeempfindlichen Untergrund steht, da es sehr heiß werden kann. Aus demselben Grund solltest du es nur vorsichtig berühren, wenn überhaupt. Zum Umhertragen während des Räucherns sind Siebgefäße nicht geeignet.

Ob du Sieb oder Kohle nutzt, hängt von der jeweiligen Situation sowie deinen persönlichen Präferenzen ab.

Kohle ist von Vorteil wenn:

  • du dein Zimmer oder Haus ausräuchern möchtest (es gibt auch spezielle Gefäße, mit denen du die Kohle sicher umhertragen kannst)
  • du gerne viiiiel Rauch erzeugen möchtest
  • du vorwiegend Harze und Hölzer räucherst
  • du dich wirklich voll und ganz dem Ritual widmen möchtest

Sieb ist von Vorteil wenn:

  • du lieber eine subtilere Räucherung möchtest
  • wenn du vor allem feine Blüten und Blätter räucherst, die nicht so viel Hitze mögen
  • dir der Umgang mit der heißen Kohle nicht geheuer ist
  • du dich nicht nur auf das Räuchern konzentrieren möchtest, sondern gleichzeitig vielleicht noch mit Klangschalen arbeiten oder Meditieren willst.

Gerade für den Anfang reicht es aus, wenn du in Sachen Zubehör improvisierst. Spaghetti-Zange, Teelöffel und Messer aus der Küche tun ihren Dienst genauso gut wie spezielles Räucherzubehör. Sobald du jedoch dem Zauber des Räucherns verfallen bist, empfiehlt es sich, dir Zubehör extra für diesen Zweck zuzulegen. Stöber einfach mal in unserer Kategorie Räucherzubehör wenn du neugierig geworden bist, was es so alles an Zubehör gibt.

Richtig räuchern mit Kegeln und Stäbchen

Verarbeitetes Räucherwerk, wie Kegel oder Stäbchen, besteht aus fein gemahlenen Räucherstoffen und oftmals einem Kleber, der der Masse Festigkeit verleiht. Dieser kann rein natürlich sein, beispielsweise erfüllt Honig oder Tragant diese Funktion. Räucherstäbchen enthalten zudem oft ein Bambusstäbchen.

Während du bei losem Räucherwerk viel Spielraum hast, heißt es hier lediglich anzünden und genießen. Daher sind Räucherstäbchen oder -kegel ideal, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, ohne dass es jedoch den Ritualcharakter der oben erwähnten Methoden hat.

Wichtig ist, dass du auf gute Qualität achtest. Anders als bei Räuchermischungen kann hier viel mehr enthalten sein, was man nicht unbedingt in der Luft haben möchte. Oft werden zusätzliche Duftstoffe hinzugefügt, um einen sehr intensiven Duft zu erzeugen. Dies kann man mögen oder nicht, kritisch wird es vor allem dann, wenn es sich um minderwertige Stoffe handelt.

Richtig räuchern mit Kegeln und Stäbchen ist jedoch denkbar einfach, und es gibt nicht allzu viel zu beachten:

Räucherkegel

Räucherkegel kannst du einfach in ein Schälchen mit Sand oder in spezielle dafür vorgesehene Halterungen stellen. Beachte, dass auch sie recht heiß werden und eine Schicht aus verbrannten Harzen und anderen Inhaltsstoffen hinterlassen.

Räucherstäbchen

Für Räucherstäbchen gibt es ebenfalls spezielle Halterungen, wie beispielsweise Schiffchenhalter. Alternativ kannst du sie auch in mit Sand gefüllte Schalen oder in Blumentöpfe stecken, wobei sie natürlich den Blumen nicht zu nahe kommen sollten. Bei Räucherstäbchen kann es schnell passieren, dass die Asche nicht unbedingt dort landet, wo man es gerne hätte. Deswegen sollten sie nach Möglichkeit nicht auf empfindlichem Untergrund stehen.

Richtig räuchern - Weiß gemusterter Schiffchenhalter mit Räucherstäbchen

Schiffchenhalter mit Räucherstäbchen, bereit zum Räuchern.

Neben den Räucherstäbchen mit Bambus gibt es übrigens aus solche ohne. Diese sind nicht für Schiffchenhalter geeignet, es gibt jedoch natürlich auch für sie die passenden Halterungen. Oder eben Sand.

Zudem gibt es neben den hier erwähnten noch andere Formen von verarbeitetem Räucherwerk, die jedoch weniger geläufig sind, weshalb sie an dieser Stelle erst einmal außen vor bleiben.  Zumindest jedoch Kyphi verdient seinen eigenen Blog-Beitrag.

P.S.: Ganz viel Wissenswertes rund um Kräuter, alte Bräuche und natürlich auch ums Räuchern findest du im wunderbaren Blog von Celticgarden. Ein Besuch lohnt sich!

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